Der letzte Stopp unserer Indonesien-Reise war bewusst länger und ruhiger gewählt. Wir wollten einfach richtig zur Ruhe kommen, die Zeit als Familie am Meer genießen und noch etwas Natur tanken. Lombok war dafür genau die richtige Wahl, auch wenn ein Tagestrip die Lust auf einen weiteren Ortswechsel geschürt hat. Auch zeigte sich hier wieder, wie vielseitig Indonesien ist: Es war unsere dritte Insel und wir erlebten erneut eine komplett andere Atmosphäre.
Anreise & Transfer mit der Propellermaschine
Unser Flug von Bali nach Lombok war schon ein kleines Highlight für mich. Wir sind schon sehr oft geflogen, aber die Propeller-Maschine (ATR 72) war selbst für uns etwas Neues. Auch wenn man in der Kabine keinen großen Unterschied merkt, war es trotzdem spannend, in das verhältnismäßig kleine Flugzeug einzusteigen. Der Flug war mit knapp 45 Minuten sehr kurz und auch der 90-minütige Transfer vom Flughafen zum Hotel nach Senggigi war mit unserem Sohn überhaupt keine Herausforderung.
Unsere Unterkunft: Sheraton Senggigi Beach Resort
Unsere Unterkunft für die nächsten 10 Tage war das Sheraton Senggigi Beach Resort. Direkt am Meer gelegen und mit einer wunderschönen Pool-Landschaft eignete es sich perfekt für unser Ziel: einfach entspannen und den Strand genießen. Nur hatten wir leider immer noch den absoluten Luxus des AYANA im Hinterkopf und da konnte das Sheraton schlicht nicht mithalten.
So richtig fair ist das aber nicht. Unser Zimmer im Sheraton war sauber, groß und gemütlich. Nur das Badezimmer war nicht mehr topmodern, aber da meckern wir schon auf sehr hohem Niveau. Der Service, vor allem beim Abendessen, war nicht unbedingt schnell, aber immer super freundlich. Wir hatten Halbpension gebucht: Das Frühstück war sehr gut (besonders die frisch gebackenen Waffeln!), beim Abendessen haben wir immer etwas Leckeres gefunden und für unseren Sohn wurden regelmäßig Sonderwünsche erfüllt. Rein objektiv betrachtet war das Sheraton ein fantastisches Hotel, nur als verwöhnte Gäste des AYANA auf Flores waren wir anfangs etwas „enttäuscht“.
Familienzeit am Strand und im Pool
Wir verbrachten als Familie viel Zeit am Strand und im Pool. Einfach entspannen, die Sonne genießen, im Sand bauen und plantschen. Auch das gehört zum Urlaub mit Kind dazu. Einfach mal nichts unternehmen, sondern gemeinsam eine entspannte Zeit verbringen.
Den Strand am Hotel würde ich nicht als „wunderschön“ beschreiben. Immer wenn die Fähre vorbeifuhr, spülte es Müll in den Sand, wobei das Hotelpersonal immer schnell aufräumte. Der Sand eignete sich dafür perfekt zum Bauen diverser Burgen, Matschstrecken und zum allgemeinen Buddeln. Wir jagten Krebse über den Strand und ließen uns einfach durch den Tag treiben.
Unser Sohn wollte die Zeit aber am liebsten im großen Pool verbringen. Hier konnte er seine frühen Schwimmfähigkeiten trainieren, wild sein und sich jederzeit abkühlen. Besonders schön ist hier die Rutsche, die die Kinder (und Papas) direkt aus dem Maul der großen Statue „ausspuckt“.
Einsame Inseln und sanfte Meeresbewohner: Unser Ausflug zu den Gilis
Unser erster Ausflug führte uns zu den bekannten Gili-Inseln vor der Küste Lomboks. Insgesamt liegen rund 30 dieser kleinen Inseln verstreut rund um Lombok. Wir entschieden uns für die drei bekanntesten: Gili Trawangan, Gili Meno und Gili Air. Um flexibel zu sein, buchten wir eine private Tour bei unserem Reiseanbieter und waren entspannt mit eigenem Guide und eigenem Boot unterwegs.
Schildkröten-Magie vor Gili Trawangan
Als Erstes steuerten wir Gili Trawangan an, wo im flachen Wasser bereits die Meeresschildkröten auf uns warteten. Wir drei sind schon immer große Schildkröten-Fans und haben die faszinierenden Tiere schon in verschiedenen Ländern besucht. Aber direkt mit ihnen im Meer zu schwimmen, sie beim Grasen auf dem Meeresboden zu beobachten und ihnen so nah zu sein, war ein absolutes Highlight unserer gesamten Reise. Wir verbrachten sicher eine Stunde im Wasser und genossen diese magischen Begegnungen in vollen Zügen.
Unterwasser-Kunst & Inselspaziergang auf Gili Meno
Danach ging es weiter nach Gili Meno zum nächsten Schnorchel-Stopp. Neben unzähligen bunten Fischen kann man hier die bekannten versunkenen Skulpturen „The Nest“ bestaunen, auch wenn sich dort ehrlich gesagt eine recht große Traube an Touristen knubbelte. An Land besuchten wir gemeinsam mit unserem Guide den ruhigen See im Zentrum der Insel und schlenderten etwas durch die gemütlichen Gassen.
Korallen-Traum vor Gili Air
Vor Gili Air wartete schließlich unser letzter Schnorchel-Spot auf uns. Unser Guide nahm sich richtig viel Zeit, um uns die buntesten Korallen und Fischschwärme zu zeigen und sogar noch weitere Schildkröten zogen friedlich an uns vorbei. Nach knapp einer Stunde im Wasser hatte unser Sohn genug und ging mit Mama zurück an Bord, während ich die Unterwasserwelt noch etwas länger genoss. Hätte der Guide irgendwann nicht zum Aufbruch gerufen, wäre ich wohl noch stundenlang über die Korallen geschwommen.
Zum Abschluss genossen wir auf Gili Air ein wohlverdientes Mittagessen, verbrachten Zeit am strahlend weißen Sandstrand und saugten die entspannten Vibes der Insel auf. In diesem Moment dachten wir beide: „Ach, ein paar Tage direkt hier zu bleiben, wäre auch nicht schlecht gewesen!“ Vielleicht ja beim nächsten Mal.
Lange Fahrt und Dschungelabenteuer: Die Wasserfälle im Norden
Unser zweiter Ausflug führte uns in den Nordosten der Insel. Auch hier hatten wir wieder eine private Tour gebucht. Was wir bei der Planung allerdings unterschätzt hatten, war die lange Fahrtzeit: Die Strecken auf Lombok wirken auf der Karte nicht sonderlich lang, aber sobald es ins Gebirge geht, geht es nur sehr langsam voran. So waren wir gute drei Stunden unterwegs, bis wir unser erstes Ziel erreichten.
Auf der kurvenreichen Strecke meldete sich nach einer Stunde leider der Magen unseres Sohnes und das Frühstück verabschiedete sich wieder. Doch unser Guide (der gleiche wie schon auf den Gilis) und der Fahrer kümmerten sich extrem aufmerksam und herzlich um uns. Genau in solchen Momenten zeigt sich, wie wertvoll eine private Tour mit Kind ist: Man kann flexibel anhalten, durchatmen und ohne Stress im eigenen Tempo weiterfahren.
Traumhafte Aussichten & Dschungel-Feeling
Am Ziel der langen Anreise wartete ein Ausblick auf uns, der die Strapazen im Auto sofort vergessen ließ. Vom Hügel Bukit Selong blickten wir auf ein beeindruckendes Tal, bestaunten das bunte Mosaik der Felder und die mächtigen Berge im Hintergrund. Ein kurzer Spaziergang durch ein altes, traditionelles Dorf und einen schattigen Bambuswald tat uns allen gut, um die Beine nach der Fahrt durchzuregen.
Anschließend fuhren wir weiter in Richtung der berühmten Wasserfälle. Nach einer Stärkung bei einem leckeren Mittagessen im Dorf ging es in Begleitung eines lokalen Guides hinab ins grüne Tal. Der erste Stopp war der rund 30 Meter hohe Sendang Gile Wasserfall. Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen, direkt an die Gischt heranzutreten. Das Wasser war kraftvoll und verdammt erfrischend!
Flussüberquerung & Dschungel-Kraxelei zum Tiu Kelep
Nun folgte das eigentliche Abenteuer: eine knapp einstündige Wanderung durch den indonesischen Dschungel zum zweiten Wasserfall. Der Pfad hatte es in sich: Wir überquerten mehrere Flussläufe, stiegen durch alte Tunnel und kletterten über große Felsen. Unser Guide passte das Tempo perfekt an uns an und erklärte uns trotz kleiner Sprachbarriere viel über die Pflanzen und Tiere am Wegesrand.
An einer besonders kniffligen Stelle im Fluss nahm der Guide unseren Sohn kurzerhand Huckepack, um auf Nummer sicher zu gehen. Er erzählte uns beiläufig, dass er hauptberuflich als Bergretter am riesigen Vulkan Mt. Rinjani arbeitet. Und während meine Frau und ich hochkonzentriert versuchen mussten, auf den glitschigen Steinen nicht den Halt zu verlieren, watete er tiefenentspannt und lässig mit unserem Sohn auf dem Rücken durch die Strömung, in Flip-Flops! Wir waren absolut begeistert!
Die Belohnung für die Kraxelei war der Tiu Kelep Wasserfall: Über 40 Meter stürzt das Wasser hier in zwei Kaskaden mitten im dichtesten Dschungel herab. Die schiere Kraft des Wasserfalls ist spürbar. Je näher man kommt, desto kühler und windiger wird die Luft durch die feine Gischt. Ein spektakulärer Anblick!
Affen-Treffen auf dem Rückweg
Der Rückweg verlangte uns noch einmal einiges ab, denn es ging über unzählige Stufen wieder steil aus dem Tal nach oben. Doch der Aufstieg wurde uns von einer Bande friedlicher Affen versüßt, die völlig unbeeindruckt am Wegesrand saßen und spielten.
Die dreistündige Rückfahrt zum Hotel nutzte unser Sohn nach so viel Abenteuer und frischer Dschungelluft für ein ausgiebiges und wohlverdientes Nickerchen.
Schlechtwetter-Rettung in Mataram: Bällebad & Pokémon-Fieber
Den allerletzten Tag unserer Reise wollten wir eigentlich ganz entspannt im Hotel am Strand ausklingen lassen. Doch das Wetter spielte leider nicht mit und es schüttete immer wieder wie aus Eimern. Um uns den Tag vom Regen nicht verhageln zu lassen, stiegen wir kurzerhand in ein Grab-Taxi und fuhren in die nahegelegene Inselhauptstadt Mataram.
In der Lombok Epicentrum Mall hatten wir vorab einen großen Indoor-Spielplatz recherchiert und von diesem Plan mussten wir unseren Sohn natürlich nicht zweimal überzeugen. Riesige Bälle-Bäder, meterhohe Klettergerüste und endlos viel Platz zum Austoben waren die perfekte Abwechslung nach den Strand- und Dschungeltagen.
Für die anderen (lokalen) Kinder war unser Sohn schnell ein kleiner „Star“: Alle guckten neugierig, fragten freundlich, woher wir kommen, und es dauerte keine zehn Minuten, bis er die ersten Spielkameraden gefunden hatte. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, dass Kinder im Spiel überhaupt keine gemeinsame Sprache brauchen, um gemeinsam Toben zu können!
Die Mall selbst war eher unspektakulär, aber wir verbrachten einige tolle Stunden im Kinderparadies und schlenderten anschließend noch etwas durch die Geschäfte. Natürlich entdeckte unser Sohn in der Mall auch ein paar der typischen Gacha-Automaten und die dort gezogenen Pokémon-Figuren mussten als Erinnerungsstück natürlich mit nach Hause fliegen.
Fazit: Auf Wiedersehen, Indonesien!
Und damit endeten unsere knapp vier Wochen in Indonesien tatsächlich schon wieder. Man plant monatelang, zählt voller Vorfreude die Tage und am Ende vergeht die Zeit vor Ort dann doch wieder viel zu schnell.
Mit den drei Inseln Bali, Flores und Lombok haben wir völlig unterschiedliche Facetten dieses faszinierenden Landes kennengelernt. Die vielen einmaligen Tierbegegnungen unter und über Wasser, die beeindruckende Natur und die unglaublich herzlichen Menschen haben diesen Urlaub zu einem unvergesslichen Familienerlebnis gemacht.
Lombok selbst war vor allem im Vergleich zum durchgestylten Bali geerdeter, einfacher und spürbar ruhiger. Genau die richtige Dosis Gelassenheit, die wir uns für den Ausklang unserer Reise gewünscht hatten.
Eines steht für uns jedenfalls jetzt schon fest: Wir werden Indonesien mit Sicherheit ein zweites Mal besuchen!
Was war das prägendste Abenteuer, das ihr als Familie auf Reisen erlebt habt, eher der Dschungel-Trek oder die entspannte Zeit am Strand? Schreibt es mir unbedingt unten in die Kommentare oder direkt über Instagram!
Wenn ihr noch mehr Familienreisen entdecken möchtet, schaut auch gerne auf unserer Seite „Unsere Reisen“ vorbei. Dort findet ihr alle bisherigen Reiseziele – von Asien über die Karibik bis zu unseren Reisen quer durch Europa.
Herzliche Grüße,
Alex & Familie














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