Unsere Reiseberichte sollen vor allem eines zeigen: Reisen mit Kind ist absolut gar kein Problem. Es macht Spaß. Entschleunigt. Lässt auch Mama und Papa mit anderen Augen die Welt erblicken. Aber dennoch gibt es natürlich auch auf Reisen diese Momente, in denen alles ein bisschen zu viel wird. Momente, in denen die Emotionen zu viel werden, plötzliche Krankheiten simple Transfers anstrengender gestalten als gedacht oder gut gemeinte Gesten zur Katastrophe werden. Genau diesen Momenten möchte ich diese neue Kategorie auf dem Blog widmen. Unter „Reise-Realität“ zeigen wir euch genau diese Momente, vor denen sich Eltern auf Reisen fürchten. Nicht, um euch Angst zu machen. Ganz im Gegenteil, trotz Wutanfall, Durchfall und Co. ist das Reisen mit Kind machbar. Und manchmal ist der Auslöser für das größte Drama nichts Geringeres als ein kühles Erdbeereis.
Wenn das Eis nicht macht, was es soll
Also fangen wir mit einer solchen kurzen Geschichte an. Es passierte an einem der wohl schönsten Orte Japans, am Fuße des Fushimi Inari Taisha in Kyoto.
Wir kamen gerade vom Berg. Es waren angenehme 35 Grad und wir schlenderten zwischen tausenden von Touristen durch die roten Torii, definitiv beste Bedingungen für einen entspannten Sightseeing-Trip mit einem Dreijährigen.
Doch nicht der Tempel, der Berg oder die vielen fremden Menschen sollten uns zum Verhängnis werden, sondern eine gut gemeinte Geste zum Abkühlen und zur Belohnung für das tapfere Laufen. Wir spendierten unserem Sohn ein super lecker aussehendes Erdbeereis. Da saß er also, sichtlich geschafft und verschwitzt, aber glücklich mit seinem Eis in der Hand.
Doch von einer Sekunde auf die andere kippte die Laune. Denn was wir nicht bedacht hatten, dieses blöde Eis mochte das heiße Wetter ebenso wenig wie wir in diesem Moment. Und so lief es. Und es lief unserem Sohn über die Finger, der sich erst leise, dann immer lauter werdend darüber ärgerte.
Jeder Versuch von Mama und Papa, ihm doch zum schneller Essen zu überreden prallte an einer steigenden Grollmauer ab. Er wollte lieber genießen. Aber diese blöde Eis hatte seinen ganz eigenen Willen.
Und da saßen wir nun, am Fuße des Tempels, in einer Gasse voller Touristen, mit einem Kleinkind, dass schreiend das langsam zerlaufende Erdbeereis in den Händen hielt. Der Platz um uns herum wurde immer größer, fremde Menschen nahmen Abstand. Die ersten bösen Blicke flogen in unsere Richtung, Und die Lösung, rein in die Mülltüte mit dem Eis, das Kind an die Hand und weiter!
Eis, Mama, Papa und Sohnemann tropften, begleitet von Geschrei, auf der Suche nach einem Mülleimer und etwas Abkühlung. Die nahe Metro Station war unsere Rettung, Ein Bad zum Händewaschen, ein Mülleimer, um alle Überbleibsel des Übeltäters zu beseitigen und ein mittlerweile wieder ruhiges Kind, dass sich im Zug abkühlen konnte.
Heute ist genau diese Geschichte eine von vielen, auf die wir mittlerweile lächelnd zurückblicken. Unser Sohn erinnert sich an das Eis, wenn er das Foto sieht. Den Frust hat er vergessen. Die bösen Blicke der anderen Touristen? Die haben wir nie wieder gesehen. Im Endeffekt waren es nur zehn Minuten Action und Frust an einem ansonsten äußerst gelungenen Tag.
Und viel wichtiger: Das nächste Eis am folgenden Tag, hat sich viel besser benommen und konnte in Ruhe gegessen werden.
Habt ihr ähnliche "spannende" Geschichten von euren Reisen mit Kindern zu erzählen? Dann teilt sie gerne mit uns in den Kommentaren oder über Instagram!
Falls ihr nun noch lesen wollt, was wir sonst noch für Abenteuer in Japan und Kyoto erlebt haben, könnt ihr das gerne hier auf dem Blog über die Links machen.
Wenn ihr noch mehr Reiseziele von uns entdecken möchtet, schaut auch gerne auf unserer Seite „Unsere Reisen“ vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht über alle bisherigen Ziele – von Asien über die Kanaren bis zu unseren Familienreisen quer durch Europa.
Herzliche Grüße
Alex & Familie

Kommentare
Kommentar veröffentlichen