Ende November 2021 sind wir für 10 Tage nach Teneriffa geflogen. Unser Sohn war damals knapp ein Jahr alt. Es war einer unserer ersten „größeren“ Urlaube mit Baby. Während es zu Hause grau und kühl wurde, hatten wir dort milde Temperaturen und viel Sonne. Warm genug für draußen, aber nicht mehr für ausgedehnte Badetage im Meer. Rückblickend war es genau der richtige Zeitpunkt für diese Reise.
Unsere Unterkunft – viel Platz und erstaunlich gutes Essen
Gebucht hatten wir das Bahia Principe Fantasia Tenerife: ein Hotel, das man schon von weitem erkennt. Allein wegen des Schlosses mitten in der Poolanlage. Ein klassisches Strandhotel ist es nicht. Einen direkten Strandzugang gibt es nicht. Für uns war das zu dieser Jahreszeit aber kein echtes Problem. Ende November war es ohnehin eher „Pool anschauen“ als „stundenlang im Wasser liegen“.
Wir hatten eine Family Suite: groß, modern, durchdacht eingerichtet. Gerade mit Baby war der Platz ein echter Vorteil. Es war genug Raum für das Reisebett, genug Platz zum Spielen auf dem Boden, und man hatte nicht das Gefühl, sich ständig aus dem Weg gehen zu müssen.
Die Anlage selbst war beeindruckend. Das Schloss in der Mitte der Poollandschaft wirkt auf Fotos fast kitschig, in echt ist es einfach besonders. Der große Splash Pool war sicher in der Hochsaison ein Highlight für ältere Kinder. Unser Sohn war dafür noch zu klein, aber allein das Herumlaufen am Wasser, das Beobachten, das Planschen am Rand reichte völlig.
Was uns wirklich positiv überrascht hat, war das Essen. Große Auswahl, gute Qualität und ein eigenes Kinderbuffet. Gerade mit knapp einem Jahr ist man froh, wenn es unkompliziert geht. Nudeln, Gemüse, einfache Gerichte, nichts Ausgefallenes, aber genau richtig.
Und dann waren da noch die Abendshows. Man konnte sich zweimal für die Shows einbuchen und wir waren ehrlich beeindruckt. Auf diesem Niveau hatten wir Hotelunterhaltung noch nicht erlebt. Professionell, aufwendig inszeniert, mit Licht, Musik und Bühnenbild. Es fühlte sich weniger nach „Animation“ und mehr nach richtiger Show an.
Ein Tag im Loro Parque
Für zwei Tage haben wir uns einen Mietwagen genommen, um ein bisschen mehr von der Insel zu sehen. Der erste Ausflug führte uns in den Loro Parque.
Ein großer Zoo mit Aquarium, bekannt für seine Shows und tatsächlich kann man dort problemlos einen ganzen Tag verbringen. Mit Baby läuft alles etwas langsamer. Mehr Pausen, mehr Staunen, weniger „Wir müssen noch dahin“.
Die Tiershows waren beeindruckend. Unser Sohn saß auf dem Schoß, schaute gebannt auf die Bewegungen im Wasser und reagierte auf jedes Klatschen im Publikum. Ob er sich später daran erinnern wird? Sicher nicht. Aber dieser Blick in dem Moment, der bleibt.
Auch abseits der Shows war der Park schön angelegt. Viel Grün, breite Wege, gut machbar mit Kinderwagen.
Zum Teide – Vulkaneindruck von unten
Der zweite Ausflug führte uns Richtung Teide. Schon die Fahrt nach oben war besonders. Die Landschaft verändert sich Stück für Stück. Es wird karger, weiter, fast unwirklich. Irgendwann hat man das Gefühl, nicht mehr auf einer Urlaubsinsel unterwegs zu sein, sondern in einer ganz anderen Welt.
Unser Sohn fand das an diesem Vormittag allerdings nur bedingt beeindruckend. Er war müde. Oder überreizt. Oder, wie sich später herausstellte, einfach hungrig. Auf jeden Fall wurde viel geschimpft. Dieses unzufriedene Einjährigen-Murmeln, das sich langsam steigert und irgendwann klar macht: So wird das hier nichts mit entspanntem Landschaft genießen.
An die Seilbahn war sowieso nicht zu denken, dafür war er noch zu jung. Also entschieden wir uns für Plan B: erst einmal irgendwo einkehren.
Oben in einem Restaurant haben wir uns hingesetzt und etwas bestellt. Und dann passierte das, was Eltern von Kleinkindern gut kennen: Kaum standen die Nudeln vor uns, war die schlechte Laune wie weggeblasen. Vor allem die Nudeln von Mama wurden mit beeindruckender Geschwindigkeit verdrückt.
Danach war die Welt wieder in Ordnung. Mit vollem Bauch ließ sich die Vulkanlandschaft plötzlich auch für ihn besser aushalten. Wir sind noch ein Stück spazieren gegangen, haben die Aussicht genossen und gemerkt, wie wenig es manchmal braucht, um einen Ausflug zu retten.
Man plant große Naturerlebnisse und am Ende sind es Nudeln, die den Tag entscheiden.
Ein Zwischenstopp beim Drachenbaum
Auf dem Rückweg haben wir noch beim Drago Milenario gehalten. Der alte Drachenbaum ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Insel und auch wenn man kein Botaniker ist, beeindruckt er allein durch seine Größe und Form.
Der Park rundherum eignet sich gut für einen kleinen Spaziergang. Breite Wege, viel Grün, genug Platz, damit auch ein knapp Einjähriger ein paar Schritte selbst laufen kann.
Und diesmal waren wir vorbereitet: Ein paar Snacks vorab, ein kleines improvisiertes Picknick, sicher ist sicher. Die Laune blieb stabil, wir konnten in Ruhe durch die Anlage schlendern und den Tag entspannt ausklingen lassen.
Mit dem Boot zu Delfinen und Walen
Einen Ausflug hatten wir im Vorfeld unbedingt machen wollen: eine Bootstour zur Delfin- und Walbeobachtung vor der Küste Teneriffas.
Also ging es an einem Vormittag raus aufs Meer. Was wir ein wenig unterschätzt hatten: Ende November kann es auf dem Atlantik ziemlich frisch werden. Auf dem Schiff war es windig, kühl und ehrlich gesagt nicht besonders gemütlich. Wir waren dick eingepackt, trotzdem kroch die Kälte langsam durch. Die Stimmung schwankte irgendwo zwischen „gleich sehen wir Delfine!“ und „hoffentlich dauert das nicht mehr allzu lange“.
Und dann passierte das, was mit knapp einjährigem Kind eben passieren kann: Unser Sohn schlief ein. Eingekuschelt, vom Motorengeräusch und dem Schaukeln des Boots in den Schlaf gewiegt. Als schließlich tatsächlich Delfine auftauchten, elegant neben dem Boot herschwammen und für Begeisterung sorgten, bekam er davon nichts mit. Wir haben sie gesehen. Er nicht.
Im Nachhinein ist genau das eine dieser typischen Reisegeschichten mit Baby. Man plant besondere Erlebnisse und manchmal verschläft das Kind einfach den spektakulärsten Moment. Trotzdem war es schön, draußen auf dem Meer zu sein, auch wenn wir danach froh waren, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Fazit – Sonne im Spätherbst
Teneriffa Ende November war für uns genau das Richtige. Ein bisschen Sonne tanken, während es zu Hause schon Winter wurde. Ein Hotel, das viel Komfort geboten hat. Drei entspannte Ausflugstage, die auch mit knapp einjährigem Kind gut machbar waren.
Der fehlende Strand war für uns kein wirklicher Nachteil. In diesem Alter ging es ohnehin nicht ums Meer, sondern um gemeinsame Zeit.
Und vielleicht war das das Entscheidende an dieser Reise: Es waren knapp zwei Wochen, in denen wir gemerkt haben, dass Reisen mit Baby nicht kompliziert sein muss. Es wird langsamer. Strukturierter. Aber nicht weniger besonders.
Wenn ihr schon einmal im Spätherbst auf Teneriffa wart oder Tipps für Reisen mit Baby habt, freuen wir uns wie immer über eure Erfahrungen in den Kommentaren oder bei Instagram.
Eine Übersicht über alle bisherigen Reiseziele findet ihr auf unserer Seite „Unsere Reisen“ – vielleicht ist ja das nächste Ziel für euch dabei.
Der nächste Beitrag führt uns wieder weiter weg, an einen Ort, der mir persönlich extrem am Herzen liegt, meine zweite Heimat. Es geht nach Kuba.
Herzliche Grüße,
Alex & Familie
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