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Havanna mit Kind – Alltag, Familie und Kuba durch Kinderaugen

 
Nach einer Woche Strand und „Kuba light“ in Varadero ging es für uns in den zweiten Teil unserer Reise nach Havanna. Über unseren entspannten Start am Strand haben wir bereits im ersten Teil dieser Reise berichtet.

Jetzt sollte also das folgen, was für mich persönlich immer der eigentliche Kern von Kuba war: Alltag, Familie und das Leben abseits der Hotelanlagen.


Meine Eltern haben in Havanna eine Wohnung gekauft, und genau dort wollten wir eine Woche gemeinsam verbringen. Für uns war das eine ganz andere Art von Kuba-Erlebnis. Weniger Hotel, mehr echtes Leben.

Mein Vater hat uns mit dem Mietwagen am Hotel abgeholt, und wir sind gemeinsam nach Havanna gefahren. Für unseren Sohn war das natürlich ein kleines Highlight. Den Opa plötzlich auf der anderen Seite der Welt zu treffen, war für ihn etwas ganz Besonderes.

Wohnen mitten im echten Havanna

Die Wohnung meiner Eltern liegt nicht im touristischen Zentrum, sondern mitten im normalen Leben der Stadt. Genau das macht den Aufenthalt dort so besonders.


Meine Eltern haben die Wohnung sehr schön und komfortabel eingerichtet. Für die Woche haben sie uns sogar ihr Schlafzimmer überlassen und selbst auf die Couch im Wohnbereich gezogen. Trotzdem fühlte sich die Wohnung nie zu eng an. Ganz im Gegenteil: Es war eher wie ein Besuch bei Oma und Opa zu Hause, nur eben in der Karibik.


Allerdings gehört in Kuba auch ein Stück Realität dazu. 2025 wurden in Havanna täglich für mehrere Stunden der Strom abgeschaltet. Mein Vater hatte kurz zuvor eine kleine Solaranlage auf dem Dach installiert. Dadurch liefen bei uns Kühlschrank und Licht fast immer weiter. Das ist etwas, das im Alltag unglaublich viel wert ist.


Auch Wasser aus der Leitung gibt es oft nur jeden zweiten Tag. Normalerweise wird das über große Tanks auf den Dächern geregelt, die sich bei der nächsten Versorgung wieder füllen. In unserer Woche wurde es einmal kurz knapp, weil ein kleiner Defekt am Schwimmer im Tank dafür sorgte, dass weniger Wasser nachlief als gedacht. Ehrlich gesagt hat mich das mehr beschäftigt als unseren Sohn. Für ihn war es einfach Teil des Abenteuers.

Strandtage rund um Havanna

Auch rund um Havanna gibt es einige Strände, die wir während der Woche besucht haben.

Der erste lag relativ nah an der Wohnung. Leider war dieser Strand ziemlich dreckig und hat uns nicht wirklich gefallen.


Ein anderer Strand etwas außerhalb der Stadt war dagegen wunderschön. Dort haben wir den ganzen Tag in den Wellen verbracht, unser Sohn war kaum aus dem Wasser zu bekommen. Mittags haben wir uns in ein kleines Restaurant gesetzt und Hummer bestellt. Der war einfach unglaublich lecker.

Allerdings warteten wir gefühlt ewig auf das Essen. Aber auch das gehört irgendwie zu Kuba dazu: Dinge dauern manchmal länger, und irgendwann kommt dann doch alles auf den Tisch.


Ein dritter Strand lag ebenfalls etwas außerhalb der Stadt. Dort sind wir am Ende nur spazieren gegangen. Der Sand war teilweise voller Glasscherben, sodass Baden keine gute Idee gewesen wäre.

Zwischen Alltag und Realität

Was mich in Havanna diesmal besonders überrascht hat, war, wie stark sich an manchen Stellen Müll in der Stadt angesammelt hat. 

Natürlich hat das viel mit der schwierigen Situation im Land zu tun. Gleichzeitig hatte ich manchmal das Gefühl, dass auch der Respekt vor dem eigenen Umfeld ein Stück weit verloren gegangen ist. Müll wird oft einfach dort liegen gelassen, wo man gerade ist. 

Auch das Betteln wirkte deutlich aggressiver als bei meinen früheren Besuchen.

Vielleicht ist es eine Mischung aus einer gewissen Perspektivlosigkeit durch die schwierige wirtschaftliche Lage und einem Generationen-Ding. Wer durch Unterstützung aus dem Ausland überlebt, verliert manchmal den Antrieb, das eigene Umfeld aktiv mitzugestalten. Diese Resignation spiegelt sich dann leider auch im Umgang mit dem Stadtbild oder im aggressiveren Betteln wider. Es scheint oft der einfachere Weg in einem System zu sein, das kaum noch echte Anreize bietet

Gerade wenn man Kuba aus anderen Zeiten kennt, ist das manchmal schwer anzusehen. Trotzdem bleibt das Land für mich ein Ort voller Erinnerungen und Verbundenheit. Vermutlich fallen mir solche Veränderung gerade deshalb so sehr auf.

Familie wiedersehen

Ein besonders wichtiger Teil dieser Woche war natürlich der Besuch bei meiner Familie.


Nach fast sieben Jahren wieder bei meinem Onkels und meiner Tante zu sein, war ein sehr besonderes Gefühl. Das Verrückte ist: In den ersten Minuten fühlt sich alles einfach wieder an wie früher. Die gleichen Stimmen, die gleichen Geschichten, das gleiche Lachen. Als wäre zwischen dem letzten Besuch und diesem hier kaum Zeit vergangen.

Natürlich merkt man auch, wie viel sich verändert hat. Menschen werden älter, das Leben geht weiter, manche sind inzwischen ausgewandert, andere leider nicht mehr da. Und trotzdem bleibt dieses Gefühl von Vertrautheit. Dieses Gefühl, dass man hierher gehört. Für unseren Sohn war das alles neu. Für mich war es ein Wiedersehen mit einem Teil meiner eigenen Geschichte.


Ein Spaziergang am Malecón durfte natürlich auch nicht fehlen. Praktischerweise wohnt meine Tante nur wenige Gehminuten entfernt, sodass wir von dort ganz entspannt zur Uferpromenade laufen konnten. Der Malecón gehört einfach zu Havanna dazu: das Meer, die alten Häuser und die Wellen, die immer wieder gegen die Mauer schlagen.

Havanna entdecken – Altstadt und Oldtimer

Unser größter Ausflug führte uns in die Altstadt von Havana.

Schon nach wenigen Minuten merkt man hier, dass man sich in einem ganz anderen Teil der Stadt befindet. Dort, wo viele Touristen unterwegs sind, ist es deutlich sauberer und gepflegter als in vielen anderen Vierteln. Die Plätze sind ordentlich hergerichtet, die Fassaden restauriert und überall gibt es kleine Cafés, Bars und Märkte.


Besonders beeindruckend ist das El Capitolio. Das riesige Gebäude wirkt fast ein bisschen surreal, wenn man davorsteht. Auch die Catedral de San Cristóbal de La Habana mit ihrem großen Platz davor gehört zu den Orten, an denen man automatisch kurz stehen bleibt und sich einfach umsieht.


Wir sind ohne festen Plan durch die Straßen geschlendert, haben uns treiben lassen und immer wieder neue kleine Ecken entdeckt. Straßenmusiker, Souvenirstände, Märkte und Bars wechseln sich ständig ab. Gerade dieses bunte Durcheinander macht den Spaziergang durch die Altstadt so spannend.

Ein paar Tage später sind wir noch einmal zurückgekommen, diesmal für eine Oldtimer-Rundfahrt. Auch wenn es ein klassischer Touristenmoment ist, es macht einfach Spaß. Unser Sohn war besonders begeistert von unserem pinken Lincoln, den er sofort zum „Barbie-Auto“ erklärte.


Selbst für mich, der Kuba gut kennt, war das etwas Neues und definitiv ein Erlebnis. Die Fahrt führte uns durch verschiedene Stadtteile, vorbei an breiten Boulevards, alten Villen und natürlich wieder durch Teile der Altstadt. Zwischendurch gab es einen kurzen Stopp für einen Mojito.


Havanna aus einem alten amerikanischen Straßenkreuzer zu sehen hat schon etwas Besonderes. Ein bisschen Nostalgie, ein bisschen Klischee, aber eben auch genau das, was viele Menschen mit Kuba verbinden.

Kanonenschuss zum Abschluss

Kurz vor unserer Abreise sind wir am Abend noch zur Castillo de los Tres Reyes del Morro gefahren.

Dort findet jeden Abend um Punkt 21 Uhr eine historische Zeremonie statt, bei der ein Kanonenschuss abgefeuert wird. Das war früher das Zeichen dafür, dass die Stadttore geschlossen wurden.


Der laute Knall über der Bucht von Havanna war für uns der letzte Moment dieser Reise.

Und irgendwie auch ein passender Abschluss für unsere erste Kuba-Reise mit Kind.

Fazit – Kuba durch Kinderaugen

Die Woche in Havanna war ganz anders als unsere Tage in Varadero. Weniger Komfort, mehr Alltag und viele kleine Momente, die man so nur hier erlebt.

Für unseren Sohn waren es oft die einfachen Dinge, die besonders spannend waren: auf der Terrasse von Oma und Opa spielen, durch kleine Läden laufen oder Dinge entdecken, die es bei uns zu Hause nicht gibt.

Eine Situation ist ihm sogar ein Jahr später noch sehr präsent. Zwei Tage nach unserer Ankunft kam auch die Oma dazu und plötzlich stellten wir fest, dass wir im Haus eigentlich nur vier Teller und vier Tassen hatten. Für fünf Personen also etwas knapp.

Also sind wir losgezogen und quer durch Havanna gefahren, um irgendwo noch einen Teller und eine Tasse zu kaufen. Was sich für uns wie eine kleine spontane Mission anfühlte, war für unseren Sohn ein richtiges Abenteuer. Für ihn war es fast wie eine Schatzsuche: immer wieder neue Läden, immer wieder die Frage, ob es hier vielleicht Teller gibt. Am Ende haben wir tatsächlich irgendwo welche gefunden.

Für uns war das eine lustige Erinnerung. Für viele Kubaner ist genau das allerdings Alltag, nicht nur bei Geschirr, sondern bei vielen ganz normalen Dingen.

Vielleicht war genau das das Spannende für unseren Sohn: zu erleben, dass die Welt nicht überall so funktioniert wie zu Hause. Und dass selbst eine einfache Tasse manchmal eine kleine Reise durch eine ganze Stadt bedeuten kann.



Habt ihr Kuba schon einmal besucht oder würdet ihr euch eher für einen klassischen Karibikurlaub in einem anderen Land entscheiden? Schreibt es gerne in die Kommentare oder auf Instagram. Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen.

Wenn ihr noch mehr Reiseziele von uns entdecken möchtet, schaut auch gerne auf unserer Seite Unsere Reisen vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht über alle bisherigen Ziele – von Asien über die Kanaren bis zu unseren Familienreisen quer durch Europa.

Herzliche Grüße
Alex & Familie

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