Mallorca Ende März 2022 war kein Urlaub, von dem man mit spektakulären Fotos zurückkommt. Es war keiner dieser Trips mit Sonnenbrand, Pooltagen und langen Abenden draußen. Unser Sohn war damals anderthalb Jahre alt. Wir waren mit einer befreundeten Familie unterwegs, deren Sohn fast gleich alt war. Zwei Kleinkinder, sehr viele Snacks und fünf Tage Zeit.
Unsere Unterkunft: Raum für Alltag, Spiel und ganz viel Sand
Wir haben fünf Nächte im Seaclub Alcudia verbracht, in einem Apartment mit Halbpension. In der Vorsaison war es sehr ruhig. Die Pools noch geschlossen, keine Animation, kein Trubel. Das Buffet etwas kleiner als im Hochsommer, aber völlig ausreichend.
Das Apartment war genau das, was wir in dieser Phase gebraucht haben. Genug Platz, damit man sich nicht ständig im Weg steht. Ein separater Schlafbereich. Und vor allem eine kleine Küche.
Mit 1,5 Jahren dreht sich vieles ums Essen. Was isst er? Wann isst er? Isst er überhaupt? Es war einfach beruhigend, zwischendurch selbst etwas machen zu können. Eine Kleinigkeit kochen oder Obst schneiden. Keine Improvisation auf dem Hotelflur.
Das Hotel war angenehm leer. Man merkte, dass die Saison noch nicht richtig begonnen hatte. Für uns hatte das nur Vorteile. Kein Gedränge beim Essen, freie Tische, kurze Wege.
Und dann war da noch der Kids Club. Drinnen ein Bällebad, Spielsachen, kleine Rutschen. Wenn es draußen windig war, was Ende März öfter vorkam, verbrachten wir dort viel Zeit. Zwei kleine Jungs, die nebeneinander spielten, sich Bälle zuwarfen oder sich wortlos gegenseitig beobachteten. Wir saßen am Rand und konnten einfach mal durchatmen.
Alltag zwischen Spielplätzen, Spaziergängen und Sand
Unsere Tage hatten schnell einen Rhythmus. Frühstück, anziehen, raus.
Rund um das Hotel gibt es einige Spielplätze, und wir haben einige davon getestet. Für uns waren es "nur" Spielplätze. Für die Jungs waren es große Abenteuer. Jede Stufe musste erklommen, jede Rutsche mindestens dreimal ausprobiert werden. Manchmal passierte dort eine halbe Stunde lang scheinbar nichts und gleichzeitig alles.
Oft sind wir auch zum Strand gelaufen. Es war windig, meistens frisch, aber das Meer gehört für uns einfach dazu. Baden war keine Option. Aber Sand funktioniert immer.
Die beiden saßen nebeneinander und buddelten. Füllten kleine Eimer, kippten sie wieder aus. Liefen ein paar Schritte Richtung Wasser, beobachteten die Wellen und entschieden sich dann doch wieder für festen Boden. Wir saßen dahinter und schauten zu. Kein Programm, kein Plan. Nur Zeit.
Fische, Haie und Regen in der Altstadt
Einen größeren Ausflug haben wir trotzdem gemacht. Mit dem Mietwagen ging es ins Palma Aquarium.
Das war für alle ein Highlight. Große Becken, Haie, Quallen, bunte Fische. Unser Sohn lief von Scheibe zu Scheibe, zeigte auf alles und sagte begeistert „Da!“. Man merkt in solchen Momenten, wie intensiv Kinder Dinge wahrnehmen, wenn sie neu sind.
Auf dem Rückweg sind wir noch durch die Altstadt von Alcudia gegangen. Eigentlich wollten wir nur ein bisschen schlendern. Dann kam der Regen. Kein leichter Niesel, sondern ordentlich. Zwei Buggys auf Kopfsteinpflaster, Regenjacken, nasse Schuhe. Es war nicht besonders idyllisch, aber irgendwie genau so, wie Reisen mit kleinen Kindern eben sind: ein bisschen chaotisch, aber trotzdem gut.
Fazit
Mallorca im März ist kein Badeurlaub. Zumindest nicht für uns. Aber es war eine ruhige, einfache Reise. Ohne Druck. Ohne große Erwartungen. Mit viel Zeit draußen, mit Sand in den Taschen und mit Freunden, die in derselben Lebensphase waren.
Wir haben nicht viel „gesehen“. Aber wir haben fünf Tage zusammen verbracht, in denen zwei kleine Jungs einfach Kind sein konnten. Und das war mehr als genug.
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